SC Imst - Ein Verein, viele Gesichter die dahinter stehen

Von 1933 bis zur Gegenwart

Mit “einem großen Interessentenkreis, der sich in diesen schönen, weitverbreiteten Rasensport einführen will” beginnt die Geschichte des Imster Fußballgeschehens im Jahr 1933. Unter Obmann Franz Schöpfer, der auch gleichzeitig als Spieler und Schiedsrichter fungierte, wurde am 19. April 1933 der FC Imst aus der Taufe gehoben. In den Anfangstagen der fußballbegeisterten Imster war man auf Mitgliedssuche, da der Sport zu dieser Zeit in Imst etwas verpönt war, im Gegensatz zu heute. Das Interesse am Sport war deutlich höher, waren doch im zweiten Jahr, als Imst Oberlandmeister wurde, beim Finale gegen Landeck rund 1.000 Zuschauer dabei.

Erster Sportplatz bei der Hauptschule Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde wieder eine Mannschaft reaktiviert und 1947 nahm man bereits an der Oberlandliga teil. Bemerkenswert ist, dass schon damals mit der Nachwuchsarbeit begonnen wurde. 1950 ging ein Traum der Imster Kicker in Erfüllung mit der Errichtung des ersten richtigen Sportplatzes bei der Imster Hauptschule.


Um die hohen Aufwände (Auswärtsfahrten, Dressen, Utensilien...) zu bewerkstelligen, agierte man pfiffig, unter anderem durch die Teilnahme mit einem Wagens beim Schemenlaufen.

Auflösung und Neugründung

Wegen zu hoher Verschuldung löste sich am 17. August 1955 der FC Imst auf. In dieser schwierigen Phase folgte dann eine Neugründung des SC Imst und es ging auch sportlich aufwärts, als man 1956 knapp den Aufstieg in die Landesliga verpasste. Die 50er Jahre zeigten auch die Wichtigkeit guter Nachwuchsarbeit. Die Imster Juniorenmannschaft spielte ungeschlagen gegen Teams renommierter Klubs wie 1. FC Köln, Tottenham Hotspurs, FC Zürich und andere und belegte ungeschlagen den 4. Platz. Diese Mannschaft sollte in Folge ident mit der Kampfmannschaft werden.

Gepflegter Rasen dank eigenem Platzwart

Im August 1962 wurde in Eigenregie der Rasen verbessert und die Zuschauertribünen wurden vollendet. Der Mitgliederstand betrug 210 Personen, die zu dieser Zeit einen jährlichen Beitrag von 50,- Schilling leisteten. Dass die Rasenpflege permanent war, verdankte man dem Platzwart Rudi Federspiel. Sportlich zielte man in dieser Zeit einen Westligaaufstieg an, doch konnte dies nicht erreicht werden und in Folge entrann man einmal nur knapp dem Abstieg. Infrastrukturell sah es da schon besser aus. Am 12. Oktober 1969 wurde die erste Flutlichtanlage des Oberlandes eingeweiht.

Imster Talente zog es nach Innsbruck


Die Nachwuchsarbeit, die in den 50er Jahren begonnen wurde, zeigte ihre Früchte. Mit Norbert Schatz und Manfred Braschler zog es, wie davor Josef Santeler, in den 1970ern gleich zwei Talente nach Innsbruck. Zum Ende des Jahrzehnts konnte man auch sportlich wieder reüssieren und 600 fußballbegeisterte Zuschauer waren keine Seltenheit.

Imster Fußball geht in ein neues Jahrtausend - Westligaaufstieg, jetzt erst recht!

Zu Beginn der 80er Jahre wollte man es beim SC Imst wissen, mit dem Ziel Westligaaufstieg vor Augen. In der Saison 1981/82 blieb es nur beim zweiten Platz im Endklassement, doch dank des Verzichts von Hall auf den Aufstieg waren alle bereit für das Unternehmen Westliga. Als Teilnehmer im ÖFB-Cup spielte Imst gegen Wacker Innsbruck vor 1.500 begeisterten Fans und verlor knapp 3:1. Die leichten Startschwierigkeiten in der Regionalliga wurden weggespielt und mit entsprechendem Training unter Coach Rainer Klotz schnell vergessen.

Nachwuchsarbeit mit Erfolg

Kontinuität zeigte man bei der Nachwuchsarbeit und hatte mit den verschiedenen Teams eindrucksvolle Erfolge. 1982 wurde für zwei Millionen Schilling das Sportplatzgebäude bei der Hauptschule Oberstadt errichtet. Immer besser kam die Westligamannschaft um Fink, Eisenbeutl und Scheiber ins Spiel.

Erfolgreiche Zeiten in der Regionalliga

Die Meisterschaft 1984/85 beendete man auf dem dritten Tabellenplatz und holte sich zusätzlich noch den Cupsieg. In der Folgesaison kamen die Imster auf den 5. Platz.

Fans wieder auf den Platz

In der Saison 1986/87 gab es einen Minusrekord beim Zuschauerbesuch. In der Herbstrunde sahen nur 134 Menschen einen Sieg der Imster. Endbilanz war schließlich der achte Platz. Die Folgesaison war aufgrund von Abgängen dem Ziel Klassenerhalt gewidmet. Das legendäre Derby in Haiming verlor man 3:0 vor 1.500 Zuschauern in der Herbstrunde. Die Retourkutsche gab es im Frühjahr von den Imstern mit einem Goldtor von Hubert Schwemberger vor 1.200 Zuschauern in Imst. Mit unzumutbaren Spielbedingungen für Kampfmannschaft und Nachwuchs am Sportplatz gab es auch den sportlichen Rückschlag mit dem Abstieg in die Tiroler Liga. Die Spielzeit in der Tiroler Liga brachte nicht den ersehnten Aufwärtstrend und Rang 9 war das Endergebnis. Wesentlich erfolgreicher gestaltete sich zu dieser Zeit die Nachwuchsarbeit. Josef Eisenbeutl und Bernhard Gritsch brachten ihre Schützlinge Theo Grüner und Christian Köll bis in die österreichischen Jugendnationalmannschaften U15-U18.

Fußballsterne ziehen nach Innsbruck

Die Fußballsterne verließen Imst und gingen zum FC Tirol ins Bundesnachwuchszentrum. Die Saison 1992/93 war durchwachsen für Trainer Fredl Mungenast. Im Herbst pfui, im Frühjahr hui, lässt es sich kurz zusammenfassen. Die Imster kamen auf den 5. Platz. Peter Linser zeigte sein Können in den österreichischen Nachwuchsteams und ging mit 14 Jahren zum FC Tirol ins Bundesnachwuchszentrum. Der Bundesligaabschied von Robert Scheiber wurde mit bekannten Namen von Herbert Prohaska bis Wolfgang Feiersinger in Imst begangen. Der Nachwuchs profilierte sich weiterhin, beispielsweise im Rahmen eines Turniers mit Topteams wie Rapid Wien und Austria Wien mit dem zweiten Platz.

Eine Stadt, ein Fußballklub

Bis zum Schluss musste man zittern in der Saison 1993/94, ob die Kampfmannschaft in der Tiroler Liga verbleibt. Mit einem Sieg gegen Rattenberg wurde der Abstieg verhindert und zudem eine Basis gelegt, um die Fusion zwischen SC und FC über die Bühne zu bringen. Das historische Datum, als der neue Ausschuss des Gesamtvereins gewählt wurde, war der 9. Juni 1994. Für die Stadtgemeinde Imst hatte dies allerdings zur Folge, dass man infrastrukturell gleichziehen musste. Denn mit zwei Kampfmannschaften und zehn Nachwuchsteams sah man sich nicht in der Lage, das Trainings- und Spielepensum auf dem desolaten Hauptschulplatz durchzuziehen.

Kaderschmiede Imst

Bereits die erste Saison 1994/95 des fusionierten Vereines konnte erfolgreich mit dem dritten Tabellenplatz abgeschlossen werden. In Folge wurde der SC Imst II aufgelöst. Erneut einem Beleg für die Kompetenz in Sachen Nachwuchs lieferte man, als der 17-jährige Tormann Luca Notar debütierte und als Aufsteiger des Jahres gefeiert wurde. Zwar musste man noch eine Stufe tiefer in die Landesliga, aber wichtiger Meilenstein, abseits von Tabellen und Punkten, war 1997 der Einzug ins neue Stadion beim Imster Sportzentrum.


Damit war ein geordneter Spiel- und Trainingsbetrieb sichergestellt. Für die Zukunft ist der SC Imst gut aufgestellt und will auch weiterhin eine glanzvolle Geschichte schreiben.